Sommer 2022 – Sonne und Meer

Wie in jedem Jahr müssen wir uns beruflich bedingt für den Sommerurlaub leider aufteilen. Was in diesem Jahr noch hinzu kommt, ist dass die Chefin ihren Urlaub bedingt durch Personalmangel unterbrechen muss, um mitzuarbeiten und unsere Tochter nur die erste Törnhälfte mit an Bord verbringt – um anschliessend auf den alten Hund zuhause aufzupassen, dort Zeit mit ihrem Bruder zu verbringen, der gerade wegen eines Praktikums seinen Studienort verlassen hat und schließlich auch, um sich in Ruhe auf den Start ihrer Ausbildung vorbereiten zu können.

Ganz andere Vorzeichen als sonst und somit wird es weder eine Rundreise noch ein großer Törn werden können – um immer wieder die Möglichkeit zu haben, den beruflichen Verpflichtungen nachkommen zu können. Vorab: es hat sich trotzdem gelohnt und war ein besonderer, wenn auch wie immer viel zu kurzer Urlaub.

Tag 1: Port Zélande – Veere

Um 8.30 laufen die Maschinen und das problemlos! Auch in der Zwischenzeit hatte es beim Starten der Motoren glücklicherweise keine Probleme mehr gegeben – die Zeichen für einen entspannten Törn stehen also gut. Mit gut 1600 U/min geniessen wir einen sonnigen Morgen und das Frühstück auf dem Grevelingermeer und erreichen um 10.40 die Schleuse bei Bruinisse. Die Wartezeit ist erfreulich kurz – nur eine knappe halbe Stunde und wir liegen an der Schleusenwand fest und relativ dicht gepackt.

Bei der Ausfahrt kreuzen uns unzählige Ruderboote, deren Besatzung mit mehr oder weniger sportlichem Einsatz am Werk ist: Es sind die Visserijdagen, die uns einen schönen Anblick auf die Ruderer sowie die geschmückten Fischerboote liefern. Vorbei am immer wieder schönen Panorama der Zeelandbrücke geht es Richtung Kats, um durch die Zandkreeksluis ins Veerse Meer zu gelangen. Die Wartezeit hier ist sogar nur 20 min, so dass wir um 14.15 in der Schleuse sind. Zwei Stunden später ist das wunderschöne Städtchen Veere erreicht und der Hafen scheinbar komplett belegt. Von der Hafenkade ruft uns der Hafenmeister zu, dass kein Platz mehr sei. Wir haben jedoch über die i-Marina – App eigentlich Platz 3A schon lange reserviert und auch bezahlt, was wir nachweisen können. Also wird zum Glück „unser“ Platz doch frei und wir liegen zum Abend dann sogar ohne weitere Nachbarn – diese sind gegen 20.00 aus welchem Grund auch immer aufgebrochen. Koffie stellt unterdessen bei der Abendrunde fest, dass sie keine Live-Musik mag und kontert diese mit einem Bellkonzert …

Tag 2: Veere – Vlissingen

Wie war das mit dem Gefallen am späten Ablegen? Um 10.40 starten wir wieder in Veere und nehmen Kurs auf den Kanaal door Walcheren, der direkt um die Ecke beginnt. Die Einfahrt in die Schleuse Veere ist entspannt und ohne Warten möglich – aber dennoch muss der Tag ein wenig geplant sein: Wir wollen a) den Blauwe Golf nutzen und müssen b) die Dokbrug in Vlissingen passieren.

Was ist da das Problem? Eigentlich gar keins, aber die Zeiten sollen zu unseren weiteren Vorhaben passen. Da die Dokbrug in den neuen Hafen am Scheldekwartier (hier war eine Liegeplatzreservierung und Bezahlung über die i-Marina – App absolut problemlos) für uns passend nur um 14.30 öffnet (davor zuletzt um 11:25 und danach erst wieder um 18.30) müssen wir den Blauwe Golf zur rechten Zeit nutzen. Der Blauwe Golf ist eine koordinierte Öffnung der Brücken für die Sportschifffahrt über den Kanaal door Walcheren zu festgesetzten Zeiten. Er beginnt in Richtung Vlissingen an der Stationsbrug in Middelburg, in die umgekehrte Richtung an der Keersluisbrug in Vlissingen. Hiermit ist die Passage der insgesamt 5 Brücken auf der Strecke in einer guten Stunde möglich.

Der Rest ist schnell gesagt: Schleusenausfahrt Veere um 11.10, Zwischenstop am Boodschappensteiger in Middelburg um 12.00:

Aus dem erhofften Kibbeling als Mittagssnack wird jedoch nichts, da der entsprechende Händler am Sonntag trotz Hauptsaison (wahrscheinlich verdienterweise) geschlossen hat und wir uns 30 min später mit den anderen Sportbooten an der Stationsbrug versammeln müssen.

Die erste Brückenöffnung erfolgt mit 10 Minuten Verspätung und dann fährt der Tross der Segel- und Motorboote los Richtung Vlissingen / Westerschelde. Um 13.55 machen wir am Wartesteiger der Dokbrug fest, im Hintergrund die Damen – Werft mit mehreren Superyachten.

Der Tender der größten Yacht dort ist gefühlt – nicht gemessen – größer als unser ganzes Boot und es herrscht für einen Sonntag relativ emsiges Treiben auf dem im Hintergrund sichtbaren Boot.

Der Hafenmeister der WSV Schelde kommt pünktlich angefahren und teilt uns mit, dass wir nicht an unseren reservierten Liegeplatz gebunden sind, sondern auch einen anderen aussuchen dürfen. Welch ein angenehmer Moment nach dem Erlebnis am Vortag in Veere! Nach der Brückenpassage sehen wir aber auch den Grund: Es ist gerade Kirmes! Irgenwie haben wir ein Talent, immer wieder Häfen zu Zeiten von Festivals / Kirmesveranstaltungen zu buchen… Um ruhig zu liegen, fahren wir daher weiter in den hinteren Teil des Hafens durch.

Na ja, relativ ruhig halt… Das Bild zeigt die abendliche Kulisse, festgemacht haben wir um 14.45. Wir waren vorher noch nie in dieser Marina und hatten sie wegen der Verkehrsanbindung sowie der sicheren Lage und Parkmöglichkeiten ausgewählt.

Dann führt ein kurzer Fussmarsch zum Bahnhof, um mit Bahn & Bus zurück nach MPZ zu fahren. Hier trennen sich fürs erste unsere Wege: Skipper fährt zum Arbeiten nach Hause, Skipperin zu Tochter und Hunden zunächst ans Boot zurück.

Die nächsten Tage werden wirklich heiss, Ruhe kehrt durch die Kirmes erst spät abends ein, Koffie legt einen Schalter um und kann nun schwimmen (wurde mit 5 Monaten auch Zeit) und die Crew hat entspannte Tage an Bord – nur für 3 Tage, dann kommt die Urlaubsunterbrechung und der erneute Crew-Wechsel

Tag 3: Vlissingen – Blankenberge

Kurz vor Mitternacht erfolgte die erneute Ankunft an Bord – die Kirmes schloss langsam ihre Pforten. Die Koje rief und wir folgten ihrem Ruf…

Und dennoch beginnt der nächste Fahrtag erst um 11.15. Warum? Wegen der Öffnungszeiten der Dokbrug und weil ja zuerst das Auto noch in den Heimathafen verholt werden muss. Der Job des Skippers beginnt damit an Land im Auto und danach im Bus. Aus dem AH – Supermarkt direkt am Hafen noch frische Croissants für’s Frühstück und einen Prosecco mitgebracht, starten wir dann.

Die Brücke ist schnell passiert und öffnet (fast) pünktlich, auch die Schleuse auf die Westerschelde ist schnell passiert. Hier ist es windiger als gedacht und wir aktivieren zum ersten Mal selbst unsere neuen Stabilisatoren. Wunderbar. Zumindest kurzfristig. Auf einmal beginnt das Boot, zu rollen und wir stellen fest, dass das System nicht mehr arbeitet. Generator läuft, Kontakt über WhatsApp zu Patrick Noor funktioniert schnell und am Ende stellt sich heraus, dass aus irgendeinem Grund die Sicherung raus ist.

In einem ruhigen Moment daher SB-Maschine abgeschaltet, Sicherung am Umformer wieder eingeschaltet. Gleiches Problem erneut, Sicherung springt wieder raus. Kurzer Moment der Panik: wir können das Rollen bei derzeit zunehmendem Wind zwar ab, aber wie kommen wir mit ausgefahrenen Stabilisatoren in den Hafen / an den Steg? Nochmals Kontakt mit Patrick, diesmal per Telefon-Coaching und wahrscheinlich sorgt dieses Karma dafür, dass die Sicherungen und die Stabis wieder funktionieren. Und das tun sie bis heute…

Nun liegen wir ruhig im Wasser – und dieses beruhigt sich auch. Absolut – man hätte nun eigentlich auch ohne Stabilisatoren fahren können. Das tun wir dann auch für den Rest dieses Schlags zweimal, um wirklich alles noch mal zu testen und knobeln aus, wohin es mit einem nun wieder funktionierenden System gehen soll. Die Wahl fällt auf Blankenberge. Ankunft dort um 16.00 – bzw. festgemacht im Royal Belgian Sayling Club:

Hier gibt es fussläufig vom Hafen einen Strand für die Hunde. Koffie soll ja das Schwimmen nicht verlernen, sondern eher trainieren. Die Abendstimmung ist wunderbar, es ist wieder kirmes-ähnlich: zumindest ein Riesenrad in der Nähe und Live-Musik zum Verbellen gibt es auch. Das fällt ein verlorenes Apportel nicht ins Gewicht. Darüber freut sich hoffentlich der nächste Hund.

Tag 4: Blankenberge – Oostende

Lange dauern die Diskussionen über die Törnplanung und nach einigem Wein am Vorabend sowie einem Sekt am Sonntagmorgen steht der Entschluss fest. Es ist Starkwind – Sturm vorhergesagt und daher geht es nicht weiter Richtung Frankreich, was mit einem langen Schlag ohnehin ein ehrgeiziges Ziel gewesen wäre, sondern nur ein kleines Stück weiter Richtung Oostende. Dort planen wir einen Hafentag und merken schon direkt nach der Hafenausfahrt, dass dies eine gute Entscheidung war. Tide und Strömungsatlas können wir inzwischen gut nutzen – aber nun auch genau so gut unsere Stabilisatoren. Und trotz derer rollt das Boot noch und schaukelt sich auf. Die Skipperin hält das aber aus, die Hunde ebenfalls – wobei Shisha wie immer bei Seegang angespannt am Fuss der Steuerbank ist, Koffie hingegen unter dem Tisch entspannt schnarcht.

Abgelegt haben wir um 11.00, nach schaukeligen 3 Stunden ist Oostende erreicht.

Wir wollen eigentlich direkt an SB im Yachthafen festmachen, doch der Hafenmeister rät uns, wegen der Vorhersage für den Folgetag doch besser weiter bis in die Mercator-Marina zu fahren. Dort waren wir bisher noch nicht und folgen nun Empfehlung. Hafenschleuse sowie eine Brücke vor dem Hauptbahnhof brauchen ihre Zeit und somit liegen wir fest um 14.30 an unserem Liegeplatz direkt vor der Brücke (B47). Sonne pur, kein Wind und kein Denken an die Schlechtwettervorhersage – bis auf den Funk, über den wir immer mehr Skipper hören, die genau wie wir für 2 Nächte bleiben wollen.

Den Hafentag nutzen wir zum Waschen, Shoppen, Scootern, Lesen und Mitbringsel besorgen. Ausserdem ist es schön, die Nähe zu Frankreich in den Supermärkten zu spüren – das Angebot ist ganz anders und lässt zunehmend Urlaubsgefühle zu. Angekommen.

Tag 5: Oostende – Cadzand-Bad

Nachdem unser Hafentag wirklich bis 8 bft in Böen mit sich brachte, hat sich nun alles wieder beruhigt und der Wind weht mit 4-5 bft, lediglich später auf See sollen es 6 Windstärken werden. Ein kurzes Video an die Daheimgebliebenen vom Wind in der Fussgängerzone brachte uns den Kommentar „Herbstorkan“ – das sagt wohl alles über das Wetter.

Traditionsgemäss spätes Frühstück und Abmelden beim Hafenmeister – die Motoren laufen ab 10.50 – da um 11.00 die Brückenöffnung und nachfolgende Schleusung anstehen. Selbst aus dem Supermarkt schmecken hier die Croissants irgendwie anders – sehr lecker.

Um 11.30 passieren wir die Hafenmole und begeben uns auf die Rückfahrt in nördliche Richtung. Die Tide ist mit uns, der Wind leider nicht. Trotz der Stabis schaukelt es heftig und die Skipperin wird wirklich zum ersten Mal seekrank. So etwas kannten wir sonst nur von unserem Mittleren auf der Überfahrt über den Kanal, wobei dieser deutlich heftiger gelitten hat. Das soll das Unbehagen der Skipperin nicht schmälern. Wir überlegen lange, woran es wohl liegt – ist es die deutlich nähere Beziehung zur Wasserlinie in der Sedan im Vergleich zur AC? In der Tat scheint das Wasser fast auf gleicher Ebene zum Gangbord.

Das Boot ist allzeit gut beherrschbar und der Wind flaut etwas ab auf 4-5 bft. Etwa eine halbe Stunde nach der Passage von Zeebrugge wird es damit ruhiger. Dort ist es jedoch noch richtig aufregend, denn zwei grosse Fähren und vor allem schnellfahrend das Militär kreuzen unsere Route und zwingen uns zum Beidrehen. Mit dem Autopiloten wäre die Fahrt sicherlich weniger steuerintensiv geworden. Mit Rücksicht auf das Befinden der Crew ist jedoch permanent manuelle Steuerung angesagt.

Die Hafenanfahrt ist weiter etwas unruhig und selbst in der uns zugewiesenen Box ist die Tide gut spürbar. Jedenfalls legen wir sicher an und erkunden die Umgebung. Zeitpunkt des Anlegens: 15.05

Der Havenmeester ist dynamisch-untriebig und nett zudem. Absolut empfehlenswerter Empfang. Nach telefonischer Ankündigung unseres Liegeplatzes für 1-2 Tage nimmt er die Leinen an und verabschiedet sich dann schnell zu den anderen ankommenden Booten. Dieses Schauspiel durften wir mehrfach beobachten und bringt ein wirklich dickes Lob ein! Der Hafen selbst ist unspektakulär. Spektakulär ist hingegen seine exponierte Lage – direkt am Nordseestrand und zur „City“. Dort spürt man sofort, dass Cadzand-Bad sich zunehmend dem Tourismus verschrieben hat. Eine in NL partiell kritisierte Wendung, die jedoch angesichts der tollen Lage verständlich ist.

Hunderunde und die Planung eines weiteren Hafentags aufgrund der wirklich schönen Umgebung sind angesagt.

Tag 5: Cadzand-Bad – Veere

Was stimmt nicht? Genau: wir wollen eigentlich noch gar nicht weg hier. Ein Hafentag mit Strand und durchaus nettem Ort ist eigentlich nicht genug. In den beiden vorangegangenen Nächten gab es so viel Schwell, das wir bei auflaufendem Wasser alles andere als ruhig in der uns zugewiesenen und wirklich luxuriös-breiten Box lagen. Koffie hat ihre Schwimmkünste gefestigt und wir haben das typische Touristenleben an der Strandpromenade auf uns einwirken lassen. Was in einer Nacht mit 4 bft auflandigem Wind an Salz und Sand auf unser Boot kommt, lässt uns nachdenklich werden. Eigentlich könnte dies unser nächster Heimathafen für zumindest 1 Saison werden. Die Fahrmöglichkeiten auf die Nordsee oder die Westerschelde sowie die Meer-Nähe sind verlockend. Der Rest lässt uns eher skeptisch werden – und da wir nicht aus GFK sind, haben wir doch sehr viel Respekt vor Stahl, Salz, Wind und Feuchtigkeit.

Um 10.30 heisst es daher Leinen los, heute steuert die Skipperin den ersten Part bis Vlissingen. Ruhige Überfahrt über die Westerschelde und ohne Wartezeit geht es um 12.15 in die Schleuse. Gut 20 Minuten später begegnen wir bei der Ausfahrt einer der Superyachten, die aus der Damen-Werft geschleppt wird.

Das Timing ist optimal und wir sind pünktlich zum Beginn des Blauwe Golf an der ersten Brücke. Heute sind wirklich viele Boote auf dem Weg Richtung Middelburg und es ergeben sich immer wieder Wartezeiten, so dass die Passage der gut 5 km mehr als 90 Minuten in Anspruch nimmt.

Wir überlegen kurz, Diesel zu bunkern, entscheiden uns jedoch dagegen und stoppen wieder am Boodschappensteiger, um bei Jos Boone Watersport BV einige Schäkel und Leinen einzukaufen sowie im AH unsere Vorräte nochmals aufzufüllen.

Die Fahrt geht nach knapp 1,5 Stunden Pause weiter Richtung Veere, wo wir wieder einen Platz reserviert haben. Gleichzeitig wollen dort auch viele andere Boote hin und nach der Schleusenausfahrt beginnt ein wildes Rennen, wer zuerst am Hafen ankommt. Uns beeindruckt das im Wissen um die bereits erfolgte Reservierung und Bezahlung nicht. Um so größer ist das Erstaunen, als uns der Hafenmeister diesmal mitteilt, er habe den Hafen einfach trotzdem schon mit anderen Booten voll gemacht und wir könnten ja an eine Muringboje gehen. Mit dem vehementen Hinweis auf unseren erneut bezahlten Liegeplatz und die zwei an Bord befindlichen Hunde, die wir schlecht schwimmend Gassi führen können, wird uns schließlich das Festmachen an einer großen Yacht direkt an der Hafeneinfahrt gestattet. – hinter uns ist alles voll in 2er bis 4er – Päckchen. Der direkte Blick aufs Veerse Meer entschädigt dann etwas für diesen Ärger. Von Badeplattform zu Badeplattform können die Hunde gut an Land gehoben werden.

Tag 6: Veere – Brunisse

Um 7.00 starten wir auf leisen Sohlen lediglich eingekuppelt auf’s Veerse Meer und legen direkt 5 Minuten später am Passantensteiger wieder an. Schliesslich wollen wir die Nachbarn für die Hunderunde am Morgen nicht wecken – und der Passantensteiger ist noch völlig leer, so dass sich entspannt eine Morgenrunde machen lässt und frische Brötchen für ein ausgiebiges Frühstück eingekauft werden können. Während des Frühstücks sehen wir ein Brautpaar, welches auf dem Steg vor dem Campveerse Toren für Fotos posiert. Wir grautlieren aus der Ferne und wünschen den beiden alles Gute.

Um 9.20 verlassen wir definitv Veere und tuckern über das Veerse Meer Richtung Oosterschelde. Wie immer gibt es Wartezeiten vor der Zandkreeksluis, die dieses Mal mit 20 Minuten sehr kurz ausfallen. Ein Einhandsegler hat Probleme mit seinem Motor und somit lassen ihm allen Platz den er braucht, um an der Schleusenwand festzumachen. Anschliessend sehr entspanntes Schleusen mit nur 1 m Höhenunterschied:

Nach weiteren 20 min ist die Schleusung beendet und wir fahren aus auf die Oosterschelde. Unser Plan ist, einen kurzen Schlenker über Wemeldinge zu fahren, um uns den Hafen einmal von der Wasserseite aus anzusehen. Den älteren Teil des Hafens hatten wir von Land aus im Vorjahr erkundet und überlegen nun, ob hier nicht evtl. eine Liegeplatz-Alternative sein könnte, da das ewige Gefahre über das Grevelingen bis man erst einmal – in welche Richtung auch immer – weiter kann manchmal etwas nervtötend ist. Darüber hinaus wäre Wemeldinge auch mit dem Auto aus der Heimat deutlich schneller erreicht. Wir drehen also eine Runde durch die Marina und lassen die Eindrücke sacken. Eine Entscheidung ist bis heute nicht gefallen.

Anschliessend geht es weiter über die Oosterschelde / Keten Richtung Bruinisse. Schon von weitem sehen wir, dass viele Boote auf Schleusung warten und erkennen einen Motorsegler am Wartesteiger, der in der letzten Schleuse ans uns festgemacht hatte. Das Boot hat den direkten Weg genommen und ist daher vor uns da – nun können wir dort festmachen. Perfekt.

Der Schleusenmeister hat fast Marktschreierqualitäten und nutzt diese nicht nur, um möglichst alle Boote mit in die Schleuse zu bringen sondern auch zur Show für die zahlreichen zuschauenden Touristen. Schliesslich liegen wir gut fest – nach vorne 50 cm, nach hinten gut 1 m Platz – man kann sogar noch das Wasser sehen.

15.10 Ankunft an der Schleuse, 15.55 Einfahrt, 16.15 Ausfahrt und 16.35 Ankunft in Box L21 in Bruinisse. Hier gibt es nochmal eine schöne Runde für die Hunde mit ausgiebigem Bad.

Tag 7: Bruinisse – Port Zélande

Der Rest ist schnell erzählt – der gemeinsame Urlaub endet eher als geplant, damit zuhause vor dem Ausbildungsbeginn noch die letzten Weichen gestellt werden können. Abfahrt um 11.35, Festmachen in der Box um 13.35 Uhr.

37 Stunden Fahrt für laut Log 156 sm waren ein gemütlicher Törn – entgegen unseren sonstigen Gewohnheiten auch mal nicht schlecht, nur leider viel zu kurz. Es geht nun ans Fertigmachen des Bootes, die Skipperin fährt zurück und der Skipper verbleibt zum Putzen und Polieren an Bord. Das lässt sich durchaus sehr chillig gestalten. Und wir freuen uns schon auf den nächsten Törn.

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