Uups – da war doch noch was…

Besser spät als nie…
2021 ist für viele Menschen angesichts der Covid19-Pandemie ein Jahr gewesen, welches schnell in Vergessenheit gerät oder auch in Rückblicken und Erinnerungen übersprungen wird. Sicherlich ist es nicht Ziel dieses Blogs, dieses Phänomen zu eruieren – aber unerwähnt kann es auch nicht bleiben, da es genau diesen Blog auch betrifft… Die Rückfahrt ins Winterlager und unser letzter längerer Törn in diesem Jahr sollen dennoch nicht unkommentiert und mit einigen Bildern in Erinnerung bleiben. Ankunft am Boot in MPZ an einem Freitagabend in den Herbstferien 2021…
Tag 1 : Port Zélande – Willemstad

Wir haben einen entspannten Törn mit vielen kurzen Schlägen und leider zum Ende des Törns schlechter Wettervorhersage vor uns. Der erste Tag beginnt mit einer ereignislosen Fahrt über das Grevelingermeer, den üblichen Wartezeiten an den Schleusen (Grevelingensluis, Krammersluis, Volkerraksluis) und endet im Stadthaven von Willemstad.
Irgendwie hat dieser Hafen immer etwas Besonderes zu bieten – oder eine besondere Bedeutung für uns. Auf unserem allerersten Familientörn mit unserer Jozef Vlet 850 Salon AK anno 2008 war dort Endstation für uns – da wir uns mit Kindern und nicht immer kalkulierbarem Hund nicht durch die vollen Volkerraksluizen trauten. Aber das wäre eine andere Geschichte.
Bei unserer Ankunft erhalten wir vom Hafenmeester die Auskunft, dass an der Kade im Stadthafen noch ein Platz frei sei. Bei 1-2 bft Wind ist es kein Problem, in diese wirklich enge Lücke herein zu manövrieren. Kaum 30 Minuten dort fest liegend, füllt sich der Hafen zunehmend, der neue Passantenhafen war schon bei unserer Ankunft voll belegt. Eigentlich kennen wir es sonst eher umgekehrt. In der hereinbrechenden Dunkelheit hören wir auf einmal das „sonore“ Geräusch von Querstrahlrudern und den Ruf: „Ach, die kennen wir ja!“. Um die Ecke kommt die Grand Bleu, ehemaliges Boot unserer Hamburger Freunde und nun unter Schweizer Flagge fahrend (nebenbei in unserem Heimathafen zwei Plätze weiter liegend – wir kennen nunmehr alle Namen dieses Boots). Eine kurze freudige Begrüssung und wir haben die vollausgestattete Linssen GS 470 MK II im Päckchen an uns festgemacht. Die Nacht kann kommen.
Tag 2: Willemstad – Heusden

Was kommt als nächstes Ziel? Drimmelen oder der Biesbosch? Unsere vergangenen Touren haben uns gezeigt, dass wir zwar gern naturnah sind, aus unterschiedlichen persönlichen Gründen aber nicht immer „die grüne Hölle“ brauchen. So nannten wir unseren oft überwuchernden Garten in direkter Anbindung an den Wassenberger Wald und seither auch alles, was dicht bewachsen, grün und feucht ist. Und genau so sollte der Start in den zweiten Tag werden. Zudem ist slow down gut, aber Stillstand nicht – somit steht die Entscheidung fest, zum zweiten „Familientraditionshafen“ nach Heusden zu fahren. Hier haben wir bei gebrochenem Wassertank-Deckel unser zweites Boot mit über 200 l in der Bilge zwar nicht versenkt, jedoch ausgiebig von Hand leerpumpen müssen – es war damals eine Dutch Sturdy 320 mit einem wirklich tiefen Tunnel in der Rumpfmitte. Und das bei Schnee und ausgefallener Heizung. Gleichzeitig war es der erste Hafen, den wir mit unserer GS 430 angelaufen sind und dort mit der Familie an Bord Ostern gefeiert haben. Also fällt die Wahl wieder auf den JH „De Wiel“ – und am Ende des Tages wird es sogar trocken. Mehr gibt es hierzu nicht zu berichten.
Tag 3: Heusden – Mookerplaas

Regen und Feuchtigkeit bestimmen diesen Tag. Wir überlegen kurzfristig, s’Hertogenbosch oder auch Maasbommel (ebenfalls nur aus „Nostalgie“) anzufahren, entscheiden aber doch, Strecke zu machen und zum ersten Mal in Mook festzumachen. Unterwegs treffen wir eine andere Linssen 40.9 Sedan – Eigner ist Familie Vos – die uns ein Stück begleitet und uns das obige Foto geschickt hat. Das Gegenstück existiert natürlich auch -zu finden sicherlich auch bei ausgiebiger Recherche auf den Facebook-Seiten der LinssenYachts Crousing Group.
Auch Mook hat – wie könnte es auf dieser Rückfahrt sein – für uns eine spezielle Bedeutung: Auf unserem allerersten Törn hat uns im Jachthaven Leukermeer ( ‚t Leuken) Familie Schönbrunn massiv geholfen und unter anderem über eine sehr persönliche Bootsfreundschaft zur Mitgliedschaft / Mitarbeit bis zum vorübergehenden Vorsitz in der Deutschen Linssen Yachts Eigner – Vereinigung gebracht (LYEV). Deren nächste Zielstation war anno 2008 Mook, unsere Wege führten damals jedoch nach Maasbommel. Hinterher haben sie sich immer wieder gekreuzt, nur aktuell hören wir leider nichts mehr von unseren wirklich sehr lieben Bekannten. Wir hoffen, dass es Ihnen gut geht und legen daher in ihrem Lieblingshafen an. Ebenso übrigens Familie Vos, die von hier aus ins Winterlager geht.

Tag 4: Mook – Venlo

Sieht das nicht gut aus? Ist bzw. war es auch. Wir sind gemütlich am Morgen in Mook los, haben den langen Kanal nach einer ausgiebigen Runde mit den Hunden mit 5 km/h genossen und dabei gefrühstückt. Bei noch wenig Wind und ruhiger Fahrt gab es ein ausgiebiges kontinentales Frühstück – kein 4-Sterne – Hotel kann das besser.
Kaum auf der Maas ziehen Wind und Wolken sowie die angekündigte Schlechtwetterfront auf. Also Persenning zu und Weiterfahrt wie geplant. Leider kommt die Gewitterfront eher als gedacht. In den JH Venlo wollen wir eigentlich nicht, der Passantenhafen beherbergt jedoch in seinem Umfeld eine große Kirmes und alles weitere die Maas hinab erscheint uns bei zunehmendem Wind auch nicht geeignet für eine sichere Nacht. Also kehren wir bei 6-7 bft Wind um, um doch den JH anzusteuern. Dort ist zum Glück ein einziger Platz noch frei – am Ende des Stegs an backbord in einer Box, die wir nur ohne Fender überhaupt anfahren können. Festgemacht können wir bei nunmehr 7-8 bft im Hafen (!) die Fender ausbringen und liegen sicher – man mag auch sagen eingequetscht – für die Nacht.

Ab 22.30 beruhigt sich auf einmal alles und wir schlafen wirklich „lekker“
Tag 5: Venlo – Passantenhaven Maasbracht“

Das Faszinierende ist: Boots-Fotos sind meistens schön – und vor allem mit gutem Wetter abgelichtet. Nach einer etwas komplizierten Aktion aus der Box in Venlo heraus steuern wir die Maas aufwärts unsere finale Destination an, wollen aber den Herbsturlaub eigentlich noch nicht beenden. Also fahren wir in den neuen Passantenhafen von Maasbracht. Auch hier haben wir bisher noch nie gelegen. Der Wind bläst jedoch recht unangenehm mit noch immer gut 6 bft so dass wir nur mit etwas Mühe in die eigentlich sehr komfortable Box kommen. Dann liegen wir aber fest, machen unsere ersten Wege auf den ausgetretenen Pfaden und freuen uns über die gute Sicht auf die Ausfahrt der Schleuse, wo es immer etwas zu sehen gibt. Gleichzeitig gibt es schon einmal die ersten Überlegungen, wie danach das Boot für den Winter ausgeräumt werden soll.
Tag 6: Maasbracht – Passantenhaven-v.d.Laan

Das Ende des Törns und somit auch der Saison naht: Schnelles Übersetzen ans andere Ufer und Diesel bunkern bei Tullemans in Maasbracht. Wir tanken voll bis Oberkante Unterlippe – zu bemerken ist hier, dass weiterhin nur Bares Wahres ist. Allen Boaties ist das längst bekannt – an dieser Bootstankstelle gibt es Benzin oder Diesel nur gegen Bargeld. Dafür ist alles optimal voll vor dem Winterlager.
Die Fahrt geht weiter bis in den JH van der Laan, hier räumen wir das Boot aus.

Das Wetter ist inzwischen wieder wunderbar und macht uns den Abgang von Bord nicht leicht. Wir waren hier schon oft im Winterlager und hatten hier früher auch unseren Heimathafen. Aktuell ist jedoch kein Platz für uns frei. Andererseits haben wir über den Verkauf unserer Water’n Wind (500 MK ii) Douglas Bartlett aus Stevensweert kennen gelernt. In seine treuen Hände und ins Yacht Center Stevensweert geben wir daher unsere Seassary für die kommenden Monate – incl. einiger Zusatzarbeiten, aber dazu später mehr.
Hier die Route des gesamten Törns:

