
Samstag / Sonntag, 3./4. August 2019: In der Nacht auf den 3.8. ist die Crew wieder komplett und überrascht von den Havendagen in Breskens. Ein riesiger Floh- und Jahrmarkt direkt vis-a-vis vom Hafenliegeplatz machen Trubel bis in die Nacht hinein.
Es fällt die Entscheidung, noch einen Tag länger zu bleiben und sich das Ganze einmal aus der Nähe anzusehen:
Am Abend fällt dann bei Heineken, Frites & Frikandel die definitive Entscheidung, die belgische Küste zu befahren. Die ursprüngliche Planung, bis nach Frankreich Richtung Calais zu fahren, haben wir umgeworfen – aus Zeitgründen bei für ein solches Vorhaben ungünstiger Tide und vor allem aus Sorge um die Bordhunde Sturdy und Shisha, die im Vorjahr ja auf dem Seeweg aus GB ausgereist sind und damit offiziell noch als in GB befindlich registriert sind…. Auch die Planung, die belgischen Kanäle zu befahren, kippt – wir wollen die belgischen Küstenstädte in aller Ruhe kennen lernen. Trotz 10 Jahren auf eigenem Kiel sind wir dort noch nie gewesen.
Um 8.30 geht es am Sonntagmorgen los auf die Westerschelde. Die Tide ist mit uns und so laufen wir mit weiterhin max. 1400 rpm mit maximal 10,5 kts zügig in südliche Richtung.
Uns begegnen nur wenige große Schiffe, so daß wir genau zum rechten Zeitpunkt die belgische Gastlandfahne hissen können. Bis Zeebrügge ist das Fahrwasser sehr gut betonnt – wobei wir die Route aus dem Vorjahr von der Rückkehr aus London bereits kennen. Auf Höhe der Tonne W5 ist auf den Blockkanal des Traffic Centre Zeebrügge (VHF 69) umzuschalten – bis hierher war die Zentrale Vlissingen (VHF 14) zuständig.
Zeebrügge ist nach 2 Stunden Fahrt bereits passiert und wir laufen weiter gen Süden Richtung Nieuwpoort. Die Betonung ist hier deutlich sparsamer und trotz aktueller Karten sind diverse Tonnen einfach nicht auszumachen und schlichtweg nicht da.
Nieuwpoort ist um 12.30 erreicht und es geht Richtung Hafeneinfahrt – ein langer Hafenkanal führt landeinwärts. Zahlreiche Touristen flanieren hier und schauen den ein- und auslaufenden Booten zu – bis an die Spitze der Hafenmole gehen allerdings nur wenige.

Per Funk (VHF 8) melden wir uns beim Hafenmeister des VVW Nieuwpoort an und schauen uns auf dem Weg dort hin noch den Stadthafen an. Dieser ist weniger offen und daher trotz der Nähe zum Zentrum nicht unsere erste Wahl.
Am Kopfende des A-Steigers können wir festmachen und werden vom Hafenmeister bereits erwartet, der sogar die Leinen annimmt…

Den Nachmittag nutzen wir, das nahegelegene Naturschutzgebiet und den alten und neuen Teil der Stadt zu Fuß zu erkunden.
Die langen Reihen der Hochhäuser an der belgischen Küste sind sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig und haben nichts mit den typisch niederländischen Küstenregionen zu tun. Insgesamt hat das Ganze aber bereits deutlich südlicheren Flair und so findet man neben den klassischen Strandpromenaden auch eine ganz andere Bepflanzung mit den ersten Palmen.
Sehr interessant ist der Ganzenpoot, wo es nach binnen geht. Hier münden sechs verschiedene Wasserwege mit drei Schut- und drei Spuisluizen. Hier findet sich auch ein imposantes Denkmal – im ersten Weltkrieg verlief hier an der Ijzer die Frontlinie.
Die Tide läuft nun für die nächste Zeit gegen uns – zumindest wenn man nicht schon / noch nachts fahren möchte; damit bleibt Zeit, die Gegend auch am nächsten Tag nochmals zu erkunden. Beim Hafenmeister sind für max. 2 Std. Leihfahrräder unentgeltlich erhältlich, ein sehr angenehmer Service!
Zusammenfassung: Breskens – Nieuwpoort: 5,75 Std. Fahrzeit
Geschwindigkeit max. 10,5 kts bei 1400 rpm, max. Windstärke 4-5 bft
